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Floating University
14.- 23.10.2022


 

Hintergund // Background



(deutsch) 

EDO - Zur Kunst der Transformation

Massive Rodungen führen im 9. Jahrhundert in Zentralamerika zu einem Rückgang der Niederschläge, es kommt zu verheerenden Dürren, die hoch entwickelte Mayakultur kollabiert. Bodenerosion, Nahrungsmangel und schließlich Zusammenbruch der Kultur sind auch die Folgen einer radikalen Entwaldung der Osterinsel im 13. Jahrhundert. Die Geschichte kennt zahlreiche Fälle des Zusammenbruchs von Zivilisationen aufgrund von Umweltzerstörung; Beispiele gelungener Transformation finden sich seltener. Eines davon ist die japanische Edo-Periode. 250 Jahre lang wirtschaftete Japan erfolgreich ohne äußere Energie- und Ressourcenzufuhr.


Der japanische Sonderweg der Edo-Zeit beginnt im 17. Jahrhundert: Die kolonialen Bestrebungen der europäischen Großmächte werden zunehmend als Bedrohung empfunden. Nach einem Aufstand christlicher Bauern und Samurai wurde im Jahr 1639 jeglicher Kontakt mit dem Ausland verboten. Folge der drakonischen Selbstisolation in Verbindung mit einer regen feudalen Bautätigkeit ist nicht nur ein akuter Mangel an Energie und Rohstoffen: Im Zusammenhang mit großflächigen Abholzungen der japanischen Wälder kommt es immer häufiger zu Überschwemmungen, zu Dürren, zu Nahrungsknappheit. Für die japanische Gesellschaft beginnt damit ein Experiment: Während die westliche Industrialisierung ab Mitte des 18. Jahrhunderts den Energie- und Ressourcenverbrauch der Menschheit durch den Einsatz fossiler Brennstoffe radikal verändert, ist der Preis japanischer Eigenständigkeit der Verzicht auf externe Energie und Ressourcen. Da es auf den Inseln keine nennenswerten Kohlevorräte gibt, bedeutete dies, fast ausschließlich auf der Grundlage von Sonnenenergie zu wirtschaften. Abgesehen von Eisen und einigen anderen Metallen werden nur noch nachhaltige, pflanzliche Stoffe verwendet. Da die Produktionsrate durch das natürliche Wachstum der Pflanzen begrenzt ist, steht Material allerdings nie im Überfluss zur Verfügung. Lange bevor diese Begriffe im Westen bekannt werden, ist die Antwort der Edo-Zeit ein ausgeklügeltes Recycling- und Reparatursystem. Gleichzeitig beginnt ein gezieltes Aufforstungs- und Bodenverbesserungsprogramm, bei dem die feudale Regierung in einer Art Joint Venture mit privaten Forstunternehmern zusammenarbeitet. Bei einer relativ hohen Bevölkerungsdichte (etwa doppelt so hoch wie die heutige Weltbevölkerungsdichte) gelingt es, die Waldflächen auf den Inseln zu vergrößern und den Boden fruchtbarer und ertragreicher zu machen. Und auch wenn es in Folge von Missernten immer wieder zu Hungersnöten kommt, sind der allgemeine Lebensstandard und die Lebensqualität in Japan höher als in anderen asiatischen oder westlichen Ländern. Auf Grundlage einer gesteigerten landwirtschaftlichen Produktivität entwickelt sich eine äußerst lebendige urbane Kultur. Die Alphabetisierungsrate liegt deutlich über derjenigen europäischer Länder der Zeit. Handwerk und Künste erleben eine Blüte. Ihren Ursprung hatten sie jedoch in der akuten Ressourcenkrise: Tatami, Kimono, Papierwände, sogar Sushi gehen auf die Notwendigkeit zurück, ressourcenschonend und energiesparend zu wirtschaften.

Das Japan der Edo-Zeit war eine agrarische Gesellschaft. Es ist weder möglich noch wünschenswert, zu einer vorindustriellen Gesellschaft zurückzukehren. Klar ist aber auch, dass wir – wollen wir als Zivilisation überleben – das Niveau unserer Ressourcennutzung so nah wie möglich der vorindustriellen Zeit annähern müssen. Umso interessanter ist es, sich nach historischen Vorbildern umzusehen: Die Edo-Zeit kann hier als Modell einer Welt dienen, deren Ressourcen begrenzt und inzwischen nahezu erschöpft sind. Ungünstig wirkt sich ein eurozentrisches Fortschrittsnarrative aus, das geradezu reflexhaft jede Frage nach Begrenzung negiert. Wie wir „Wirtschaft“, „Fortschritt“ und „Entwicklung“ verstehen, und wie wir daher über die Vergangenheit, aber auch die Zukunft unserer Gesellschaft nachdenken, ist zutiefst geprägt durch den fossilen Kapitalismus. Eine auf technische Innovation, Wirtschaftswachstum und Globalisierung verengte Fortschrittsperspektive verhindert die Entwicklung nachhaltiger Wirtschaftsmodelle. Möglicherweise sind diese Perspektiven unserer Wirtschaftsform allerdings grundsätzlich eingeschrieben. Ein Kapitalismus ohne technische Innovation und Wachstum scheint undenkbar oder ist zumindest gibt es bislang noch kein Beispiel dafür. Das Ende fossiler Energien, die Einführung einer Kreislaufwirtschaft wären gleichbedeutend mit dem Ende des Kapitalismus. „In einer klimaneutralen Wirtschaft müssten sich Millionen von Arbeitnehmern umorientieren, zum Beispiel würden sehr viel mehr Menschen in der Landwirtschaft und auch in den Wäldern benötigt, um die Folgen des Klimawandels zu lindern“, so die Wirtschaftsjournalistin Ulrike Herrmann. Damit ließe sich allerdings kaum Geld verdienen.

Da ein Großteil des heutigen Energieverbrauchs von Strukturen verursacht wird, die die gesellschaftliche Grundversorgung gewährleisten, kann Nachhaltigkeit heute allerdings nicht durch eine Re-Education einzelner Individuen – etwa durch Appelle zu Konsumverzicht und dergleichen – erreicht werden, sondern es braucht Gesetzgebungen und Rechtsverordnungen. Auch hier lohnt ein Blick in die Edo-Zeit.

Unsere grundlegende Beziehung zur Welt ließe sich in Krieg und Besitz zusammenfassen, schreibt Michael Serres. Und: „Die Bilanz der Schäden, die der Welt bis auf den heutigen Tag zugefügt worden sind, kommt den Verheerungen gleich, die ein Weltkrieg hinterlassen hätte.“ Die internalisierte Wachstumslogik, die zu diesem Kriegszustand geführt hat, zeigt sich auch in Debatten im Kunstbereich: Eine notwendige Transformation wird vielfach mit Verzicht und Askese gleichgesetzt oder gar als Angriff auf die Kunstfreiheit erlebt. Dabei orientierten sich gerade europäische Architekten der Moderne wie Bruno Taut, Walter Gropius oder Werner Düttmann, der Architekt des Akademiegebäudes am Hanseatenweg, an der reduzierten japanischen Edo-Architektur. Der Zwang zur Reduktion führte offenbar zu raffiniertem Materialeinsatz und einer besonderen Sinnlichkeit der Ästhetik. Es stellt sich also die Frage, ob und unter welchen Umständen Prinzipien der Reduktion, der Vereinfachung, der Wiederverwertung und der Entschleunigung Innovationen in der Kunstproduktion begünstigen können.


Die Edo-Zeit endet für Japan traumatisch: Am 8. Juli 1853 laufen vier amerikanische Kanonenschiffe in die Bucht von Edo, dem heutigen Tokio, ein. Die schwarzen Rauchwolken, die sie ausstoßen, und die Fähigkeit, ohne Windkraft und Segel zu manövrieren, lösen einen Schock aus. In der Edo-Epoche hatte Japan sogar auf die weitere Entwicklung von Feuerwaffen verzichtet, deren Technologie aus Europa importiert und in den Bürgerkriegen des 16. Jahrhunderts bereits benutzt worden war. Es ist dies der einmalige Fall, dass eine hochgerüstete Militärmacht eine überlegene Technologie aufgab und zu traditionellen Waffen zurückkehrte. 250 Jahre lang hatte das Land keinen Krieg erlebt. Mit Ankunft der vier Kanonenschiffe wird die militärtechnische Unterlegenheit Japans schlagartig klar. Matthew Perry, der die Schiffe kommandiert, weigert sich, die Bucht wieder zu verlassen und droht, mit seinen Geschützen die Hauptstadt Edo zu zerstören. Er führt ein Schreiben des amerikanischen Präsidenten mit sich, in dem die Öffnung der japanischen Häfen für amerikanische Handelsschiffe gefordert wird. Perry macht klar, dass Amerika nur eine positive Antwort akzeptieren wird. Ein Jahr später kehrt er mit acht Kriegsschiffen zurück und zwingt Japan den „Vertrag über Frieden und Freundschaft“ auf, der das Ende der Edo-Zeit und damit eines 250-jährigen japanischen Sonderwegs besiegelt. Verträge mit anderen westlichen Mächten folgen – so unter anderem 1861 der preußisch-japanische Handelsvertrag. Japan wird nicht nur Teil einer globalisierten, kapitalistischen Ökonomie, es beginnt eine beispiellose Aufholjagd, um den technologischen Rückstand gegenüber den westlichen Kolonialmächten zu verringern. Die dazu benötigten Rohstoffe verschafft Japan sich – ganz nach westlichem Vorbild – durch die Kolonialisierung unter anderem Koreas und der Mandschurei.


Glossar:


Wabi-Sabi (jap. 侘寂)

ist ein japanisches ästhetisches Konzept (Konzept der Wahrnehmung von Schönheit). Ursprünglich bedeutet Wabi sich elend, einsam und verloren zu fühlen. Dies wandelte sich zur Freude an der Herbheit des Einsam-Stillen. Aber erst in der Verbindung mit Sabi, alt sein, Patina zeigen, über Reife verfügen, entstand die eigentlich nicht übersetzbare Begriffseinheit, die den Maßstab der japanischen Kunstbewertung bildet. Nicht die offenkundige Schönheit ist das Höchste, sondern die verhüllte, nicht der unmittelbare Glanz der Sonne, sondern der gebrochene des Mondes. Der bemooste Fels, das grasbewachsene Strohdach, die knorrige Kiefer, der leicht berostete Teekessel, das und Ähnliches sind die Symbole dieses Schönheitsideals. Es geht um die Hoheit, die sich in der Hülle des Unscheinbaren verbirgt, die herbe Schlichtheit, die dem Verstehenden doch alle Reize des Schönen offenbaren.


Mottainai (jap. 勿体無い oder もったいない)

ist ein aus dem Japanischen stammender Begriff, mit dem ein Gefühl des Bedauerns über die Verschwendung von Zeit, Gütern und Dingen zum Ausdruck gebracht wird. Gemäß dem Kōjien wird der Begriff wie folgt übersetzt: ein Gefühl des Bedauerns über die Verschwendung einer Sache, deren tatsächlicher Wert nicht ausreichend genutzt wird. Mitunter wird die Entstehung des Begriffs, besonders aber dessen Verwendung, dem Zen-Buddhismus zugeschrieben. Japanische Umweltschützer haben den Begriff seit Anfang der 2000er Jahre aufgegriffen, um eine umweltbewusste Lebenseinstellung zu propagieren.


Rangaku (japanisch 蘭学, „Hollandkunde“, „Hollandstudien“) ist die Erkundung des Westens während der Edo-Zeit von 1641 bis 1854. Zwar war der Zugang zu westlichen Büchern, Instrumenten und anderen Materialien zunächst durch diverse Restriktionen erschwert, doch nach 1720, als Shōgun Tokugawa Yoshimune die Einfuhr ausländischer Bücher – mit Ausnahme christlicher Schriften – völlig freigab, konnten nicht nur die privilegierten Dolmetscher, Leibärzte und Gelehrte niederländische Bücher auswerten. Zugleich sammelte man Informationen von den Europäern in der Handelsniederlassung Dejimaund studierte Objekte, welche die Niederländische Ostindien-Kompanie (VOC) ins Land brachte. Besonderes Interesse galt der Medizin, der Militärtechnik und der Agrarwissenschaft. Überdies mussten die Niederländer in jährlichen Berichten über die Ereignisse in Europa und andere bedeutsame Vorgänge in der Welt informieren (fūsetsugaki).


Yōkai (jap. 妖怪) sind Trolle oder Dämonen der Edo-Zeit. Die Formen reichen von den bösartigen Oni bis zu den missgünstigen Kitsune („Fuchs“) und der Yuki Onna („Schneefrau“). Einige besitzen teils tierische und teils menschliche Züge, z. B. Kappa und Tengu. Yōkai besitzen übernatürliche Kräfte, so dass Begegnungen mit ihnen gefährlich sind. Yōkai sind oft auch von undurchsichtigen Motiven und Plänen getrieben. Einige Geschichten erzählen von Yōkai, die sich mit Menschen fortgepflanzt haben, um Halb-Yōkai (Han'yō) hervorzubringen. Viele dieser Geschichten beginnen als Liebesgeschichten, aber nehmen kein gutes Ende wegen der vielen Hindernisse, die einer Beziehung zwischen Mensch und Yōkai entgegenstehen.

Einige Yōkai vermeiden Kontakt mit Menschen und leben in unbewohnten, abgesonderten Gebieten weit entfernt von menschlichen Behausungen. Andere wiederum leben bei menschlichen Siedlungen, weil sie von den Menschen oder der Wärme menschlicher Häuser durch Feuer angezogen werden. Mit den Yōkai verbindet man traditionell das Feuer, den Nordosten und die Jahreszeit Sommer, in der die Geisterwelt der irdischen am nächsten ist.


(japanese)
9世紀、中米で大規模な森林伐採が行われ、降水量の低下と大干ばつにより、高度に発達したマヤ文化は崩壊した。13世紀のイースター島では、大規模な森林伐採による土壌侵食と食糧不足により、島全体の先住民文化が崩壊しています。環境破壊によって文明が崩壊した例は歴史上数多くあるが、変革に成功した例はなかなかない。そのひとつが、日本の江戸時代である。日本は250年間、外部からエネルギーや資源を供給されることなく、経済運営に成功しました。2022年1月にアカデミー・デア・キュンステとゲーテ・インスティトゥート東京で開催された学際的シンポジウム「reEDOcate ME!」では、江戸時代の歴史モデルを基に、エコロジカル・トランスフォーメーションの概念化と形成の幅を検討しました。

日本独自の江戸時代の道は、17世紀に始まりました。当時、日本はヨーロッパ列強の植民地化を脅威と感じるようになり、1639年に起きたキリシタン農民と武士の反乱をきっかけに、キリスト教の禁止と外部との接触を一切禁止することを正当化するようになった。このような厳しい鎖国と封建的な建設ラッシュは、エネルギーや資源の不足だけでなく、大規模な森林伐採がもたらす洪水や干ばつ、食糧難も深刻化させた。これは、日本社会にとって一つの試練の始まりであった。18世紀半ばに始まった西欧の工業化は、化石燃料の普及を背景に、人類に急激な変化をもたらしたが、日本はエネルギーや資源の外部供給から自立を主張したのである。日本列島は石炭の埋蔵量が少ないため、ほとんど太陽の力だけで生活していた。鉄などの一部の金属を除き、植物由来の持続可能な素材を使用し、その生産量は植物の自然成長によって制限されるため、素材が余ることはなかったのです。このように、欧米ではまだ一般的でないリサイクルやリペアというソリューションが、江戸時代には確立されていたのです。同時に、藩庁と民間の林業会社との共同事業として、森林の再生と土壌の肥沃化も行われるようになった。日本は比較的人口密度が高かったが(現在の世界の人口密度の約2倍)、島々の森林面積を拡大し、農地の土壌収量を増加させることに成功した。そして、不作による飢饉はあったものの、アジアや欧米の国々と比べても高い生活水準とクオリティ・オブ・ライフ(生活の質)を保っていた。農業生産性の向上により、非常に活気のある都市文化が発展した。また、識字率も当時のヨーロッパ諸国よりはるかに高く、芸術とともに工芸も盛んになり、今日に至るまで日本的な江戸文化が生み出されている。その原点は資源不足にあり、畳や着物、紙の壁、そして寿司に至るまで、日々の生活の中で省資源、省エネルギーの必要性が叫ばれていたのである。


(english)

In the 9th century, extensive forest clearing in Central America causes drops in precipitation and a catastrophic drought, leading to the collapse of the highly developed Mayan culture. On Easter Island in the 13th century, major deforestation brings about soil erosion, and food shortages ultimately cause the collapse of the entire island’s native culture. Although there are numerous cases throughout history of civilisations collapsing due to environmental destruction, examples of successful transformation are much harder to find. One such example is the Japanese Edo period. For 250 years, Japan successfully managed its economy without any external supply of energy and resources. Based on the historical model of the Edo period, the interdisciplinary symposium reEDOcate ME!, which took place in January 2022 at the Akademie der Künste and the Goethe-Institut Tokyo, examined the scope for conceptualising and shaping ecological transformation.


The unique Japanese path of the Edo period began in the 17th century. At the time, Japan increasingly perceived the colonial ambitions of the major European powers as a threat, and a rebellion of Christian farmers and Samurai in 1639 provided the justification for a ban on Christianity and a prohibition on all contact with the outside world. This draconian self-isolation paired with a feudal construction boom led not just to an acute lack of energy and resources: brought on by large-scale forest clearing, flooding, drought, and food shortages became an increasingly common occurrence. For Japanese society, this marks the beginning of an experiment. Starting in the mid-18th century and powered by the widespread use of fossil fuels, the industrialisation of the Western world heralded a radical change for humanity, but Japan asserted its independence by forgoing the external supply of energy and resources. Because the islands of Japan have no significant coal reserves, this meant operating almost exclusively on the power of the sun. Other than iron and a few other metals, only sustainable, plant-based materials were used, the production rate of which is limited by the natural growth of plants, meaning there was never a surplus of material. Thus, long before such concepts become commonplace in the West, the solution developed during the Edo period was an elaborate system of recycling and repair. At the same time, a dedicated reforestation and soil-enrichment programme began, under which the feudal government collaborated with private forestry companies in a kind of joint venture. Despite a relatively high population density (approximately twice as high as today’s worldwide population density), Japan succeeded in expanding the forested areas on the islands and increasing the soil yields of farmland. And although there were recurring episodes of famine due to crop failures, the overall standard of living and quality of life in Japan was higher than that of other Asian or Western countries. Fuelled by the increases in agricultural productivity, an extremely vibrant urban culture developed. The literacy rate was also significantly higher than that of European countries of the time, and skilled crafts flourished along with the arts, resulting in the creation of products of the Edo culture that, to this day, are considered archetypally Japanese. The origin of these products is in the acute shortage of resources: tatami mats, kimono, paper walls, and even sushi, bear witness to the need to conserve resources and save energy in every-day life.

The Japan of the Edo period was an agricultural society. Obviously, it is neither possible nor desirable to return to a pre-industrial form of society. However, it is also clear that – if we hope to survive as a civilisation – we must adjust our use of resources to a level that approaches the pre-industrial period as much as possible, which is why it is all the more interesting to look to historical examples. Thus, in a world facing limited and dwindling resources, the Edo period can serve as a model. The Eurocentric narrative of progress, however, almost reflexively negates any question of limiting consumption, which has a problematic effect. How we understand “economy”, “progress”, and “development” and, as a result, how we reflect on the society’s past and future, is profoundly shaped by fossil capitalism. The view of progress this proliferates, narrowed down to technical innovation, economic growth, and globalisation, prevents the development of sustainable economic models. These perspectives, however, may be fundamentally inherent to our economic system itself. A capitalism without technological innovation and growth seems unthinkable; at least, it has been without precedent until now. According to the journalist Ulrike Herrmann, the end of fossil fuels and the introduction of a circular economy would be tantamount to the end of capitalism: “In a carbon-neutral economy, millions of employees would have to fundamentally reorient themselves; in order to mitigate the effects of climate change, for example, many more people would be needed in agriculture and in the forests”. Very little money would be earned under such a model, however.

But since a large part of today’s energy consumption is attributed to structures that provide basic social services, sustainability cannot be attained through re-education of individuals, for example by appealing to citizens to curtail consumption or similar initiatives. Instead, legislation and regulations are required. Here too, it is worth looking back on the Edo period.

As Michel Serres writes, “Our fundamental relationship with objects comes down to war and property. […]. The sum total of harm inflicted on the world so far equals the ravages a world war would have left behind.” The internalised logic of growth that has led to this state of war is also apparent in the debates taking place in the field of art. A necessary transformation is often equated with renunciation and asceticism or is even seen as an attack on artistic freedom. But European architects of modernity themselves – including Bruno Taut, Walter Gropius, or Werner Düttmann, the architect of the Academy building on Hanseatenweg – borrowed from the reduced aesthetic of Japanese Edo architecture. Thus, the imperative of reduction clearly led to a refined use of materials and a particular aesthetic sensuality. This leads to the question of whether the principles of reduction, simplification, re-use, and deceleration can encourage innovations in artistic production and under what circumstances this can be achieved. At the ReEDOcate ME! festival planned for October 2022 at the Floating University Berlin, artists including Michikazu Matsune, Toshiki Okada, Rosalind Krause/Areal B, Andreas Kreiner, Nagara Wada, Akira Takayama, Metis Arts, raumlabor, Christophe Meierhans, Sachiko Hara, and les dramaturx are going to develop their own formats to seek answers to this very question. Whereas in historical Japan, legal norms apparently brought about social and artistic innovation, the festival aims instead to create impetuses for society and politics.

For Japan, the Edo period ended in a traumatic development. On 8 July 1853, four American gunboats entered the harbour of Edo, today’s Tokyo. The sight of the black plumes of smoke that these ships emitted and the ships’ ability to manoeuvre without wind and sail were met with shock. During the Edo period, Japan had even abandoned the further development of firearms, a technology that had been imported from Europe and that had been employed in the civil wars of the 16th century. This was an unprecedented case of a highly developed military power giving up a superior technology and returning to the use of traditional weapons. For 250 years, the country had not experienced a war, and with the arrival of the four gunboats, Japan’s military and technological inferiority became strikingly clear. Matthew Perry, the American commander of the ships, refused to leave the harbour and threatened to destroy Edo with his artillery power. He carried with him a letter from the President of the United States demanding the opening of Japanese harbours to American merchant ships, stressing that the United States would only accept a positive response. One year later, he returned with eight warships to impose the “Treaty of Peace and Amity” on Japan, which marked the end of the Edo period and thus Japan’s unique 250-year path. Treaties with other Western powers followed – among them the Prussian–Japanese trade treaty of 1861. Japan became not only part of a globalised, capitalist economy, it also embarked on an unprecedented race to make up for the country’s technological deficits vis-á-vis the Western colonial powers. The country secured the necessary resources for this endeavour – completely in keeping with the Western model – through the colonising of Korea,  Manchuria and others. 

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